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Argumente für Private-Credit-Secondaries

Sphere with gold ripples and marble.

Mit dem Wachstum und der Reifung des Private-Credit-Marktes hat sich die Finanzierung der Weltwirtschaft grundlegend verändert. Kreditnehmer wenden sich zunehmend von traditionellen Finanzierungskanälen ab und suchen nach flexiblen Lösungen, um ihren Kapitalbedarf decken. Für Anleger können die Private-Credit-Märkte als Quelle stabiler laufender Erträge und attraktiver risikobereinigter Renditen dienen und traditionelle Anleihenallokationen ergänzen. Eine breite Palette von Strategien, darunter Direktkredite, Mezzanine-Finanzierungen, notleidende und opportunistische Kredite, bietet vielfältige Chancen. Parallel zu dieser Erweiterung des Private-Credit-Universums bietet der Sekundärmarkt wachsende Potenziale, die in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen haben und die Nachfrage nach Liquiditätslösungen sowie einen agilen Ansatz beim Management von Credit-Engagements in einem dynamischen Umfeld widerspiegeln.

Da die Private-Credit-Allokationen zunehmen, Kreditfonds ausgereifter werden und sich das Tempo der Verwertungen aus diesen Investitionen verlangsamt, wenden sich Kommanditisten (LPs) und zunehmend auch Komplementäre (GPs) dem Sekundärmarkt zu, um den Liquiditätsdruck zu mindern und das Portfoliomanagement in einer sich wandelnden Kreditlandschaft zu stärken.

 

Wachsende Marktchancen

Der Private-Credit-Sekundärmarkt wächst rasant. Zwischen 2020 und 2024 übertraf der Markt mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 46% den Sekundärmarkt für Private Equity.1, 2 Dieses Wachstum wird von mehreren Faktoren angetrieben. Das im Private-Credit-Bereich verwaltete Vermögen (AuM) ist von 2020 bis 2024 um etwa ein Drittel auf über 1,87 Billionen US-Dollar gestiegen und wird Prognosen zufolge bis 2028 auf 2,46 Billionen US-Dollar wachsen (Abbildung 1). Zugleich machen die Volumina bei Credit Secondaries weniger als 1% des gesamten verwalteten Vermögens im Private-Credit-Bereich aus – weniger als der Anteil von Private-Equity-Secondaries (rund 2-3%).3 Dies deutet darauf hin, dass Private-Credit-Secondaries mit zunehmender Akzeptanz noch viel Raum für Wachstum haben.

 

Abbildung 1: Das im Private-Credit-Bereich verwaltete Vermögen wächst weiter

Bar chart showing increase in total private credit and credit secondaries as % of primary AUM from 2019 and projected to 2028.
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Quelle: Preqin (AUM) sowie Evercore 2024 und H1. Prognosen treten möglicherweise nicht ein und sind keine Garantie und kein zuverlässiger Indikator für künftige Ergebnisse.
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Bar chart showing increase in total private credit and credit secondaries as % of primary AUM from 2019 and projected to 2028.
Quelle: Preqin (AUM) sowie Evercore 2024 und H1. Prognosen treten möglicherweise nicht ein und sind keine Garantie und kein zuverlässiger Indikator für künftige Ergebnisse.

Obwohl Private-Credit-Investitionen in der Regel selbstliquidierend sind, sind die Rückzahlungsfristen zunehmend unvorhersehbar. Durch Kreditlaufzeitverlängerungen, „Amend-and-Extend“-Transaktionen sowie „Payment-in-Kind“-Zinsen (PIK) haben sich die Lebenszyklen der Fonds verlängert und die Ausschüttungszyklen verlangsamt. Die M&A-Aktivitäten, die in der Vergangenheit als Katalysator für vorzeitige Exits dienten, haben sich verlangsamt, was ebenfalls zu einer Verlängerung der Kreditlaufzeiten geführt hat. Da einige Anleger mit verzögerten Cashflows konfrontiert sind, unterstreichen diese Markttrends, warum der Sekundärmarkt zu einem zunehmend wertvollen Instrument für das Management von Liquiditäts- und Durationsrisiken in Private-Credit-Portfolios werden könnte.

Das langsame Verwertungs-Tempo bei Private-Credit-Fonds, das zu verzögerten Cashflows und wachsenden Diskrepanzen zwischen den Laufzeiten der Vermögenswerte und den Laufzeiten der Fonds geführt hat, erhöht die Attraktivität des Sekundärmarktes – was sich in einem „Lower-for-Longer“-Medianwert der Ausschüttung im Verhältnis zum eingezahlten Kapital (DPI) zeigt, der sich seit 2016 unter 1,0x eingependelt hat (Abbildung 2).

Abbildung 2: Langsames Verwertungs-Tempo bei Private-Credit-Fonds

Median-DPI von Private-Credit-Fonds nach Jahrgang
Bar chart showing median DPI from 2016-2023.
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Quelle: Pitchbook, "Fortsetzungsfonds finden ihren Fuß im privaten Kredit", veröffentlicht am 27. Juni 2025. Stand: 31. Dezember 2023.
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Bar chart showing median DPI from 2016-2023.
Quelle: Pitchbook, "Fortsetzungsfonds finden ihren Fuß im privaten Kredit", veröffentlicht am 27. Juni 2025. Stand: 31. Dezember 2023.

Das Wachstum Credit-Secondaries-Marktes wurde zudem durch GP-geführte Transaktionen gestützt, da immer mehr GPs den Markt nutzen, um den DPI zu steigern und Renditen für ihre LPs zu sichern. Während LP-geführte Transaktionen bislang der dominierende Treiber der Sekundärmarktaktivitäten waren, befeuern GPs nun das Wachstum, da sie bestrebt sind, ihre Anlegerbasis zu diversifizieren, den Lebenszyklus der Fonds zu steuern oder Folgefonds zu schaffen, die die Haltedauer attraktiver Vermögenswerte verlängern und bestehenden LPs die Möglichkeit der Auszahlung oder erneuten Investition eröffnen. Spezielle Kapitalzuflüsse stützten 2024 und in der ersten Hälfte des Jahres 2025 einen deutlichen Anstieg der GP-geführten Sekundärtransaktionen und trugen so zum allgemeinen Marktwachstum bei.

Um die Entwicklung im Bereich Credit-Secondaries erfolgreich zu meistern, sind Fachkenntnisse in den Bereichen Originierung und Strukturierung, die Fähigkeit zur Bewertung und individuellen Gestaltung einer breiten Palette von Transaktionen sowie etablierte Beziehungen zu den Emittenten, Intermediären und Sponsoren erforderlich.

 

Nutzung der Sekundärmärkte zur Optimierung von Kreditportfolios

Die Nutzung des Credit-Secondaries-Marktes bietet mehrere wesentliche Vorteile für das Portfolio, darunter:

  1. Risiko-Rendite-Profil: Anleger, die über Credit Secondaries Liquidität bereitstellen, erhalten häufig eine Vergütung in Form eines Abschlags auf den aktuellen Nettoinventarwert (Abbildung 3). Infolgedessen können Direct-Lending-Anleger den Sekundärmarkt nutzen, um eine sofortige Renditesteigerung für vergleichbare Direct-Lending-Portfolios zu erzielen.
  2. Diversifizierung der Vermögenswerte: Über Private-Credit-Secondaries erhalten Anleger einen effizienten Zugang zu einem breiten Spektrum an Direct-Lending-Fonds mit einem Engagement in einer Vielzahl von GPs, Managern, Wirtschaftssektoren, globalen Regionen, Jahrgängen und Emittenten. Ein typischer Direct-Lending-Fonds umfasst beispielsweise etwa 60 bis 80 Basiskredite, während ein typischer Credit-Secondaries-Fonds Hunderte von Krediten enthält.4
  3. Risikomanagement: Als Sekundärkäufer erhalten Anleger einen transparenten Einblick in die meisten Vermögenswerte und Basiskredite, wodurch das Blind-Pool-Risiko reduziert wird. Gleichzeitig können Risiken eingepreist werden, um zukünftige Verluste abzumildern, da Abschläge den Anlegern einen Puffer bieten, um potenzielle Belastungen zu bewältigen. Private-Credit-Secondaries bieten zudem einen Einstiegspunkt, der auf reifere Kredite ausgerichtet ist, die bereits eine nachweislich solide Performance aufweisen. Bei rund 75% der Kredite, bei denen Zahlungsausfälle auftreten, geschieht dies innerhalb der ersten drei Jahre.5
  4. Großes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage: Trotz hoher Kapitalzuflüsse in Private-Credit-Secondaries erfolgte bislang lediglich für einen Teil des Kapitals eine Allokation. Dieses Ungleichgewicht ermöglicht es Anlegern, selektiv attraktive Vermögenswerte zu erwerben und Kapital schnell einzusetzen.

Abbildung 3: Optimierung des Kreditportfolios durch Anlagen am Sekundärmarkt

Illustrative target net return breakdowns of primary fund net return, adjusted underwriting, primary fund adjusted net return, discount, structural enhancements, fees and expenses, target net fund return.
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Hinweis: Die gezeigten Daten dienen ausschließlich zu illustrativen und pädagogischen Zwecken. Die dargestellten Marktziele beziehen sich im Großen und Ganzen auf private Kredit-Sekundärbereiche und spiegeln nicht die tatsächliche Leistung eines bestimmten Fonds, Managers oder einer Strategie wider. Sie basieren auf allgemeinen Marktbeobachtungen und übergeordneten Annahmen bezüglich Rabatten, strukturellen Merkmalen, Gebühren und Ausgaben sowie Verlustanpassungen, die sich über Transaktionen und Zeiträume hinweg erheblich unterscheiden können. * Es gibt keine Garantie, dass dieses Ziel erreicht wird. Ein Anleger kann einen Teil oder die gesamte Investition verlieren. Ziele unterliegen erheblichen Einschränkungen; Die tatsächlichen Ergebnisse können wesentlich variieren, bedingt durch Veränderungen der Zinssätze, Inflation, Kreditverluste, Marktliquidität, Managerauswahl, Portfolioaufbau und Transaktionsbedingungen. Zielrenditen werden abzüglich typischer Carried Interest, Verwaltungsgebühren und fondsbezogener Ausgaben präsentiert, sofern angegeben. Diese Forschung ist kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung für ein Wertpapier oder eine Strategie und stellt keine Anlageberatung dar. Man sollte sich nicht darauf verlassen, Investitionsentscheidungen ohne unabhängige Analyse und Berücksichtigung der anlegerspezifischen Ziele, Einschränkungen und Risikotoleranz zu treffen.
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Illustrative target net return breakdowns of primary fund net return, adjusted underwriting, primary fund adjusted net return, discount, structural enhancements, fees and expenses, target net fund return.
Hinweis: Die gezeigten Daten dienen ausschließlich zu illustrativen und pädagogischen Zwecken. Die dargestellten Marktziele beziehen sich im Großen und Ganzen auf private Kredit-Sekundärbereiche und spiegeln nicht die tatsächliche Leistung eines bestimmten Fonds, Managers oder einer Strategie wider. Sie basieren auf allgemeinen Marktbeobachtungen und übergeordneten Annahmen bezüglich Rabatten, strukturellen Merkmalen, Gebühren und Ausgaben sowie Verlustanpassungen, die sich über Transaktionen und Zeiträume hinweg erheblich unterscheiden können. * Es gibt keine Garantie, dass dieses Ziel erreicht wird. Ein Anleger kann einen Teil oder die gesamte Investition verlieren. Ziele unterliegen erheblichen Einschränkungen; Die tatsächlichen Ergebnisse können wesentlich variieren, bedingt durch Veränderungen der Zinssätze, Inflation, Kreditverluste, Marktliquidität, Managerauswahl, Portfolioaufbau und Transaktionsbedingungen. Zielrenditen werden abzüglich typischer Carried Interest, Verwaltungsgebühren und fondsbezogener Ausgaben präsentiert, sofern angegeben. Diese Forschung ist kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung für ein Wertpapier oder eine Strategie und stellt keine Anlageberatung dar. Man sollte sich nicht darauf verlassen, Investitionsentscheidungen ohne unabhängige Analyse und Berücksichtigung der anlegerspezifischen Ziele, Einschränkungen und Risikotoleranz zu treffen.

Zusammenfassung

Private-Credit-Secondaries gewinnen für CIOs zunehmend an Bedeutung als strategische Portfoliomanagement-Lösung, die es ihnen ermöglicht, ihre Kreditengagements entsprechend der sich wandelnden Marktdynamik gezielt anzupassen. Als Zweitkäufer attraktiver Vermögenswerte können Anleger versuchen, die Renditen im Vergleich zu einer traditionellen Kreditstrategie zu ergänzen oder zu steigern, insbesondere mit einem Fokus auf Kredite für den Mittelstand, die in der Regel bessere Konditionen und höhere Renditen bieten. Anleger, die auf dem sich rasch entwickelnden Private-Credit-Sekundärmarkt investieren, können von der Zusammenarbeit mit Managern profitieren, die über langjährige Beziehungen, Vorteile bei der Akquise von Transaktionen sowie fundierte Underwriting-Expertise über das gesamte Kreditspektrum hinweg verfügen.

1 Evercore. (2025, Juli). H1 2025 Secondary Market Review. Abgerufen im Dezember 2025.

2 Evercore. (2025, Februar). FY 2024 Secondary Market Review. Abgerufen im Dezember 2025.

3 Macfarlanes. (2025, Mai 2022). Unpacking Private Credit Secondaries. Abgerufen im Dezember 2025.

4 IEQ Capital. Private Credit Secondaries: An Evolving Opportunity for UHNW Portfolios. Abgerufen im Januar 2026.

5 Proprietäre PGIM-Daten zum 31. Dezember 2024. Dargestellt als Prozentsatz des gesamten ausgefallenen verwalteten Vermögens (ausstehender Betrag in US-Dollar zum Zeitpunkt des Ausfalls).

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